Buß- und Bettag

Hintergrund und Termine bis 2019

Hintergrund

Am Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, d.h. 10 Tage vor dem 1. Advent, begehen die evangelischen Kirchen einen allgemeinen Buß- und Bettag. Da die evangelischen Kirchen keine Heiligenverehrung und keine Beichte kennen, diese sogar strikt ablehnen, soll dieser Tag dazu dienen, dass die Gläubigen innehalten, Sünden bekennen und bereuen, besonders intensiv zu Gott und Jesus Christus beten.

Zur Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gehören 24 lutherische, reformierte und unierte Kirchen. Sie umfassen etwa 25 Millionen Mitglieder in über 18000 Kirchgemeinden. Die meisten Anhänger gehören der protestantisch-lutherischen Kirche an.

Bußtage sind jedoch keinesfalls keine Erfindung der reformierten Kirchen. Sie sind das Ergebnis einer langen Tradition im Glauben der Menschen. Auch in der jüdischen Religion wird am Versöhnungstag (Jom Kippur), dem höchsten Feiertag, der Reue und Buße besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In der katholischen Kirche gilt die gesamte Fastenzeit, d.h. vom Aschermittwoch bis zur Osternacht (Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag) als Bußzeit.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde der Buß- und Bettag in den einzelnen deutschen Ländern an unterschiedlichen Tagen begangen. Erst 1893 wurde der Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr als Feiertag festgelegt. Im Zweiten Weltkrieg wurde er im Zusammenhang mit der Verkündung des totalen Krieges abgeschafft. Nach seiner Wiederaufnahme in den gesetzlichen Feiertagskalender der beiden deutschen Staaten galt er in der DDR nur bis 1966, wo er der Einführung des arbeitsfreien Samstages zum Opfer fiel. Erst nach der Wiedervereinigung konnte die vorwiegend protestantisch orientierte Bevölkerung diesen Tag wieder als gesetzlichen Feiertag begehen. Bayern erklärte diesen Tag erst 1981 zum arbeitsfreien Tag für die gesamte Bevölkerung des Freistaates.

Im Jahre 1995 kam es infolge einer Reform der Pflegeversicherung zu seiner fast vollständigen Abschaffung. Diese Abschaffung sollte die Mehrbelastungen durch die Pflegeversicherung ausgleichen. In Schleswig-Holstein scheiterte das Fortbestehen dieses gesetzlichen Feiertages im Ergebnis einer Volksbefragung. Lediglich in Sachsen blieb der Feiertag gesetzlich erhalten, weil dort die Beschäftigten eine Mehrbelastung von 0,5% des Bruttoentgelts in Kauf nehmen.

Status als gesetzlicher Feiertag

Buß- und Bettag ist gesetzlicher Feiertag in Bayern7 und Sachsen.


2014Mi, 19.11.2014
in 63 Tagen
2015Mi, 18.11.2015
in 427 Tagen
2016Mi, 16.11.2016
in 791 Tagen
2017Mi, 22.11.2017
in 1162 Tagen
2018Mi, 21.11.2018
in 1526 Tagen
2019Mi, 20.11.2019
in 1890 Tagen